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Neonatologie der Zukunft – neue Wege gehen: EFCNI Jubiläumskonferenz setzt neue Impulse

Am Freitag, 30. November und Samstag 1. Dezember 2018, lud EFCNI anlässlich des 10-jährigen Stiftungsjubiläums, zur ersten eigenen neonatologischen Fachkonferenz in das Klinikum Dritter Orden, München.

Das Symposium, im historischen Vortragssaal des Münchner Klinikums, versammelte an zwei Tagen, über 100 Experten aus fachübergreifenden Disziplinen der Bereiche Pflege- und Gesundheitsberufe, Klinikverwaltung und der medizinischen Qualitätssicherung, um gemeinsam Themen des Qualitätsmanagements im Gesundheitswesen, innovative Methoden der Surfactant Applikation (LISA), ethische Fragen in der Palliativmedizin bei schwerstkranken Neugeborenen sowie Möglichkeiten, die familienzentrierte Versorgung auszubauen, zu diskutieren.

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Prof. Luke Jardine (University of Queensland, Brisbane) in der Diskussion .

 „Ich war zu anfangs skeptisch, wie EFCNI europaweit agieren möchte und die Politik für das Thema Frühgeburt und Neugeborenengesundheit interessieren möchte,“ gestand Prof. Jochen Peters, Chefarzt im Perinatalzentrum Klinikum Dritter Orden, München, in seinem Grußwort. „Umso beeindruckter bin ich, was in den letzten 10 Jahren auf die Beine gestellt und realisiert worden ist. Inzwischen gehen einige Untenehmungen unseres Hauses, wie beispielsweise das FINE Training auf Initiativen von EFCNI zurück.” Renommierte nationale und internationale Referenten trugen zu einem sehr vielfältigen Programm bei. Vorträge zur Vermeidung von BPD und Fragen der Qualität und Ökonomie in der Neonatologie gestalteten den ersten Tag. Die erste Session “Von Basics zu Bedside – wie vermeide ich BPD?” widmete sich den unterschiedlichen Praktiken in der Beatmung von Frühgeborenen von sustained inflations und nicht-invasiver Surfactant Verabreichung. Auch evidence based practices bei der Medikation von frühgeborenen Risikopatienten waren hier ein vieldiskutiertes Thema. Die Problematik des Fachkräftemangels der weit über den Pflegekräftemangel hinausgeht und inzwischen jeden Aspekt im Klinikalltag erreicht hat, sowie eine zielführende Identifikation von Qualitätsindikatoren, um zielführende Evaluationen im Klinikmanagement, waren besonders rege diskutierte Punkte in der zweiten Session „Qualität und Ökonomie in der Neonatologie“. Ein Roundtable, moderiert von ZDF-Journalistin Sibylle Bassler, bei dem angeregt und kontrovers mit den Referenten und Konferenzteilnehmern unter Anderem zum ökonomischen Druck im Gesundheitswesen und Reformen in der medizinischen Ausbildung diskutiert wurde, schloss das wissenschaftliche Programm des ersten Tages.

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Die Sprecher des Roundtables (v.l.): Sibylle Bassler (ZDF), Prof. Christoph Bührer (Charité Berlin), Silke Mader (EFCNI), Andrea Mager-Tschira (Referat für Gesundheit und Umwelt, München), Markus Morell (Kliniken Dritter Orden gGmbH, München), Gunter Rudolf Milla (Städt. Klinikum München GmbH), Dr. Nicholas Lack (BAQ München), Prof. Uwe Hasbargen (Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Großhadern) . 


Der zweite Konferenztag beleuchtete die schwierigen Entscheidungen, mit denen sich Mediziner bei der Versorgung schwerkranker Neugeborener oder Frühgeborenen konfrontiert sehen. Gerade im Bereich der Palliativmedizin sind hier Erfahrung und Urteilskraft bei den involvierten Fachkräften, sowie eine umfassende Information der Eltern in solch kritischen Situationen, unerlässlich, hob Prof. Oliver Rauprich (LMU, München) hervor. Bereichert wurde diese Session sowohl durch Vorträge aus Mediziner Perspektive, die die Komplexität der finalen Entscheidungsfindung unter Betrachtung des Kindeswohls deutlich machten, als auch durch den Erfahrungsbericht einer betroffenen Mutter, die die Bedürfnisse der Familien in einer solchen Lage in den Vordergrund rückte. Die Herausforderungen und Möglichkeiten der familienzentrierten Versorgung waren ein weiterer Schwerpunkt, welcher mit konkreten Fallbeispielen die Umsetzung und den messbaren Nutzen betreffend, beleuchtet wurde. Referent Prof. Matthias Keller vom Kinderklinikum Dritter Orden, Passau betonte hierbei „Der Frage ‚Was können wir besser machen?‘ geht doch die Erkenntnis voraus, dass wir noch vieles besser machen können.“ Neben einem generellen Umdenken der gewohnten Arbeitsroutinen, müssten Architektonische und strukturelle Aspekte hier gleichermaßen in Betracht gezogen werden, so Keller. Das medizinische Personal hier kontinuierlich weiterzubilden auch mittels Programmen wie FINE (Family and Infant Neurodevelopmental Education) und NIDCAP (Newborn Individualized Developmental Care and Assesment Program), oder individuell entwickelte Ansätze wie z. B. das FamilieNetz Dresden des Universitätsklinikums Dresden, das Eltern aktiv in die Pflege ihres Kindes anleitet und begleitet, waren Inhalt weiterer Beiträge dieses Themenblocks. “Mich hat mein persönliches Schicksal vor über 20 Jahren zu meinem Engagement für Neugeborenengsundheit gebracht. Nicht selten bekomme ich zu hören, die Situation sei heute doch nicht mehr so wie damals und das sich Vieles getan hat ist wahr. Doch es gibt immer noch viel zu tun. Die Neonatologie entwickelt sich ständig fort und wir gewinnen neue Erkenntnisse im Bereich der Therapie aber auch was die Begleitung der Eltern und Familie betrifft.  Aber auch die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte spielen eine große Rolle in der Qualität der Versorgung von Früh- und kranken Neugeborenen. Ich bin froh, dass so viele Interessierte an unserer Konferenz teilgenommen haben und hoffe, Sie können viel Wertvolles mit nach Hause nehmen und in Ihren Häusern umsetzen.”,  schloss Silke Mader das Symposium. Mit ihrem vielseitigen Angebot konnte die CME-zertifizierte Veranstaltung neue Impulse in der Neugeborenenmedizin setzen und und zum regen Meinungs- und Wissensaustausch unter den Teilnehmern beitragen.
Alle Einnahmen aus Teilnehmergebühren werden zu 100% in Spendenprojekte von EFCNI fließen und Projekte der Palliativ- sowie der Familienzentrierten Versorgung unterstützen. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Referenten und Chairs bedanken, die ehrenamtlich zu diesem gelungenen Symposium beigetragen haben.

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Prof. Christof Dame (Charité Berlin) im Vortrag.

Wir danken außerdem allen Kooperationspartnern und unserem Sponsor Lyomark Pharma GmbH für die freundliche Unterstützung. Hier finden Sie das ausführliche Programm zum Jubiläums Symposium 

 

 

 

 

 

 

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Munich Olympic Tower goes purple to celebrate World Prematurity Day

On November 17, once again, many buildings all over the world were gleaming in purple to celebrate World Prematurity Day (WPD) to raise awareness for the challenges preterm babies and their families have to face worldwide. Purple lightings and the typical sock-line with 9 white baby socks and one smaller purple baby sock have become widely used symbols of World Prematurity Day.

This year, for the first time, one of the most famous landmarks of Munich, the Olympic Tower, was illuminated in the official purple color of the founders of World Prematurity Day, the European Foundation of the Care of Newborn Infants (EFCNI) and partnering parent organisations. The Olympic tower in Munich was opened in 1968 and is integral part of the Olympic Park that hosted the Summer Olympics in 1972. While the people of Munich enjoyed the beautiful and magical view of the illuminated tower on 17 November 2018, they were reminded of all the babies that are born too early every year and it was emphasised that society needs to take better care our most vulnerable babies and their families.

Cover PaluTiN principles

Copyright: © EFCNI / Hofmann-Larina Photography

WPD was initiated 10 years ago by EFCNI and partnering European parent organisations. The international co-founders LittleBigSouls (Africa), March of Dimes (USA) and National Premmie Foundation (Australia) joined the celebrations and made World Prematurity Day an intercontinental movement which is today supported by many important international organisations, like WHO or UNICEF. Just like in the past years, also this year many landmark buildings around the world have been illuminated in purple to commemorate WPD, e.g. the Chain Bridge in Budapest, the Erasmus Bridge in Rotterdam, the New York Empire State Building or the Niagara Falls. Our particular thanks go to the City of Munich and its public company Olympiapark München GmbH for making the illumination possible and to Munich’s mayor Dieter Reiter for supporting World Prematurity Day with an official statement.

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When every second counts

IVENA eHealth in the ambulance service sector

A guest article by Roland Dollmeier, Managing Director of the Munich Emergency Services Association (Rettungszweckverband München – RVZ)

The iPortrait_Roland_Dollmeiernterdisciplinary medical supply compass (in German: Interdisziplinäre Versorgungsnachweis IVENA) was introduced in spring 2013 by the Munich Emergency Services Association (Rettungszweckverband RZV) to facilitate the management of assigning patients to appropriate hospitals for the emergency service in Munich. All necessary steps were implemented with decisive support of the Medical Directors of Emergency Services. The decision to obtain the IVENA system was motivated by time delays in the transfer of emergency patients to receptive hospitals in the rescue service area of Munich.

In a large number of cases, rescue vehicles with comprehensively medically supported and therefore fit for transport emergency patients on board, were forced to wait for a long period of time until the assignment to a receptive hospital by the “Integrated Control Centre” (Integrierte Leitstelle ILS) Munich. The reason for this was that previously, the ILS employees had to enquire by telephone at the clinics suitable for further treatment to check if there were enough capacities available to admit these patients. This resulted in unacceptable delays in the rescue chain.

IVENA is a web-based software programme which allows hospitals to display their current healthcare capacities to the dispatchers at the ILS without any delay. This information is particularly interesting with regard to severely injured or critically ill patients of all age groups. The system can be individually tailored to the respective medical support structures of the connected hospitals.

At a single glance on the IVENA screen, the ILS dispatchers can tell which hospital closest to the emergency location has capacities available, e.g. a neonatal intensive care unit for preterm or newborn children or a chest pain unit for heart attack patients. 

An important aspect in the introduction of the system was the compliance of the clinics in the jurisdiction of the RVZ.

Within a short period of time, the clinics’ representatives were convinced of the reasonableness of this innovation, so that hereinafter the objective was to assure a most comprehensive mapping of existing hospital facilities. Hereby it was important to create a balance between depicting a differentiated description of the individual medical centres, and a user interface that is straightforward and easy to operate.

After using the system for almost five years, it has proven successful. Hospital assignments can now be performed within a fraction of the time once needed. By now, up to 400 transfers in 24 hours can be processed through the assignment system. Besides the Bavarian cities of Munich, Nuremberg and Aschaffenburg, IVENA eHealth is also operating in Berlin, in parts of the federal state Hessen and in the federal state Brandenburg.

All of the operators are in constant dialog with the developers of the software (mainis IT Service) and substantially contribute to the further development of the programme features.

Screenshot IVENA eHealth

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